Die entsicherte Seele - Auszüge

Abgeschlossen ja, Veröffentlichung: in derzeit sehr ungewisser Zukunft darum hier und im Jetzt dieses Blogs ein erster Auszug aus meinem Gedichtband "Die entsicherte Seele".

 

Die Worte finden sich bei mir in einer Anordnung die wie eine einzige Aufforderung erscheint zu Selbstvernichtung und Untergang, jedoch, so viel, so wenig will ich darüber sagen, ich bin ein großer Anhänger der Katharsis - Theorie des Aristoteles, bin überzeugt davon das die negativen, traurigen Worte der Dichtung oft die besseren Treppen zu neuer Kraft und neuem Mut darstellen als jene die in falschen Optimismus getaucht werden.

 

Darum sind meine Gedichte über Leid, meine Leid -Bilder die nötigen Exponate einer Ausstellung an Gefühlen, denen es sich im Leben zu stellen gilt, vor allem in den Phasen des Zweifels, der Verzweiflung und der Neuorientierung, hoffentlich zu einem Morgen.

Soviel sei vorangestellt, nun mein Gedicht "Scherben", welches bereits 2017 im Literaturmagazin DUM publiziert wurde:

 

 

 

Scherben

 

Die Nacht – ein schwarzes Meer,

in welchem der Tag so lange schwimmt bis ihm die Luft ausgeht

und er ertrinkt in den finsteren Wogen,

der Schwächere ertrinkt im Stärkeren und Magischeren

 

reinstecken und gleich wieder rausziehen

aus dem Tod, aus dem Mutterleib ... in die Unterbrechung von

etwas woran wir uns nicht mehr erinnern, nie mehr erinnern – wo bitte geht`s zu mir?

 

Die Seele in den Menschen stecken, den Menschen in das Leben stecken,

das Leben in den Tod stecken

 

Mein traumbergender Kopf stößt an das Himmelszelt,

und ich öffne das Zelt und gehe spazieren durch Rätsel

 

Wann hört mein Herz auf, mich zu schlagen?

 

Ich lehne ab: Zeit, Menschen, Leben und Tod, Intelligenz und Dummheit,

alle Antworten und Fragen

 

Das jüngste Gericht schmeckt scheiße, Herr Ober,

nie wieder gehe ich speisen in dieser miesen, mittelmäßigen Kneipe Namens Leben!

Leben – ohne mich!

 

Auch wenn wir mit uns alleine sind,

werden wir dadurch niemals die Menschen die wir sind.

 

Ich hänge mich auf, ich schreibe mich auf.

 

Wir schmieren unsre Butterbrote und unsre Lügen

und sind doch selbst klebrige Marmelade,

festgeschmiert auf das schimmlige Brötchen Leben!

Schmierenkomödie Leben.

 

Leben, willst du die hier anwesende Menschheit zur ausgelieferten Frau nehmen,

sie misshandeln und schlagen und belügen und betrügen und betören,

bis das der Tod euch scheidet so antworte mit Geburt.

 

Ich will in mich einstürzen, in den Keller meiner Wahrheit.

Ich will jedem Montag jeden Hals brechen,

will dem Dienstag die faulen Zähne ziehen,

den Mittwoch fordre ich zum Duell,

dem Donnerstag brechen das hohle Kreuz,

den Freitag feuern in den Arbeitsmarkt

und Sonntag und Samstag stopf ich in eine Matratze

auf der wir uns treiben lassen im schwarzen Meer!!

 

Der Mensch und seine Träume und Leben sind Worte,

Sätze eines geistesgestörten Wesens.

 

Bei Anfragen zu diesen oder anderen Texten, einfach schreiben an:

kontaktbaumgartner@posteo.at  -- Gerne sende ich auf Anfrage auch ein PDF - Manuskript meines Gedichtbandes zu, dieser ist wachsend und immer wieder in Bearbeitung, jedoch versende ich gerne den jeweils letzten Stand der Dinge, der Worte.